Am 11. November 2010 - 16:59 Uhr von Redaktion

PC-Gebühren und Google-Erlöse: Verlage wollen Webauftritte vergolden

Ben Schwan berichtet in diesem taz-Artikel über die Forderungen, ein neues Leistungsschutzrecht für Presseverleger (Presse-LSR) bzw. eine „Internet-Abgabe für PCs” (Springer-Marketingchef Peter Würtenberger) einzuführen. Im Vergleich zum gut funktionierenden Werbemodell der Suchmaschinen schafften es die Verlage nicht, ihre Online-Inhalte über Werbung zu refinanzieren.

Verwiesen wird desweiteren auf einen Artikel Hubert Burdas in der F.A.Z. Burda forderte darin ein „erweitertes Leistungsschutzrecht”. Die Verleger könnten damit auch ohne den Umweg über die Autoren gegen kommerzielle Nutzungen ihrer Angeboten vorgehen, so der taz-Bericht. Mit den Autoren gebe es aber wegen geringer Vergütungen und Totel-Buy-Out-Verträgen schon jetzt Konflikte. Ein Presse-LSR könne zudem dazu führen, dass Grundstrukturen des Internets wie Links und Zitate kostenpflichtig werden würden.

Bei Google verstehe man die Schuldzuweisungen nicht, wird Google-Chefsyndikus David Drummond zitiert. Die Suchmaschine lenke enorm viele Nutzer erst auf die Websites der Medienkonzerne. Medienschaffende außerhalb der Verlage fänden wiederum, die Verleger „verkauften sich zu billig”. Die taz zitiert den Betreiber eines Auto-Portals mit den Worten, die Verleger sollten nicht auf Google einschlagen, sondern mit Mediaagenturen ins Gericht gehen, die mit „lausigen Konzepten den Online-Werbemarkt kaputt gemacht” hätten.

Der Artikel behandelt dann als mögliche Alternative die Idee einer Kulturflatrate. Befragt wird dazu netzpolitik.org-Gründer Markus Beckedahl, der auf andere Interessen der Urheber hinweist, für die die Kulturflatrate eigentlich gedacht sei. Verleger müssten stattdessen ihr Geschäftsmodell breiter aufstellen als bisher. Im Netz sei ausreichend Geld zu verdienen; die Verleger hätten viele Gelegenheiten dazu durch Ignoranz gegenüber dem Medium vorbeiziehen lassen.

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