Am 4. Dezember 2012 - 9:42 Uhr von Redaktion

Androidnext: „Die Netznutzer sind die Gelackmeierten”

Publikationsdatum 04.12.2012 ~ Art des Materials: Akteure: Soziales System: Lizenz: 

Die Redaktion von androidnext unterstützt jetzt IGEL und erklärt zum Leistungsschutzrecht:

Der gegenwärtig diskutierte Entwurf zum Leistungsschutzrecht entspricht nicht unserer Auffassung von frei zugänglichen Informationen im Netz. Er handelt sich um das letzte Aufbäumen der Medienindustrie gegen die – aus ihrer Sicht – bittere Realität, dass Print monetär nicht mehr, bzw. nur noch in bestimmten Nischen, funktioniert. Allerdings ist der Ansatz vollkommen falsch. Um der wachsenden Konkurrenz von Informationen im Netz Herr zu werden, versucht man nicht, Inhalte schneller und besser zu produzieren, diese dann im Netz so zu vermarkten, dass sie sich refinanzieren und den nativen Onlineportalen nach den Regeln der selbst gesetzten journalistischen Qualität Konkurrenz machen.
 
Stattdessen werden ausgerechnet Suchmaschinen lobbyistisch attackiert. Das ist absurd, denn insbesondere Google fungiert de facto als Werbeträger für die Online-Angebote der Medienhäuser. Das ist aus unserer Sicht etwa so, als ob ein Elektronikhersteller Geld dafür verlangen würde, dass dessen Produkte in den Schaufenstern von Saturn und Media Markt ausgestellt würden.
 
Wie schon beim Perlentaucher-Urteil verkennen die Medienkonzerne zwei wichtige Tatsachen völlig: a) Das Internet ist nicht wegzuregulieren. b) Wenn jemand auf das eigene Angebot verweist, ist das immer von Vorteil.
 
In der Praxis ist davon auszugehen, dass Google sich weigern wird, irgendwie geartete „Link-Steuern“ zu bezahlen – und wenn die Medienkonzerne nicht in der Lage sind, die eigenen Produkte aus dem Google-Index auszuschließen, wird Google es tun. Die Netznutzer sind die Gelackmeierten, denn ihnen wird der Zugang zu aktuellen und relevanten Informationen verwehrt. Der Grund dafür ist nicht eine irgendwie geartete Blockadehaltung von Google, denn eine solch hanebüchene Idee wie das Leistungsschutzrecht existiert in der Form nur in Deutschland. Grund ist das reaktionäre Besitzstandswahrertum der LSR-Befürworter. Dass diese Idee auf lange Sicht nach hinten losgehen wird, liegt auf der Hand.

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