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Wie der Blauflossenthunfisch
Eva-Maria Schnurr, stellvertretende Vorsitzende der Freischreiber, beschäftigt sich im Freitag mit dem Zustand des Journalismus. Journalistische Qualität sei – „wie der Blauflossenthunfisch” – vom Aussterben bedroht, doch ein Leistungsschutzrecht helfe nicht weiter.
Sie vergleicht die Situation der Verlage mit derjenigen der Steinkohleindustrie in den Neunzigern: „Die Situation ist ernst, die Zukunft fraglich, doch die Verlage stampfen mit dem Fuß auf und bestehen darauf, dass ohne Presse die Demokratie dem Niedergang geweiht sei.”
Ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger gehe aber am Kern der Medienkrise vorbei. Schnurr sieht das Hauptproblem in einer Legitimationskrise des Journalismus: Was der Journalismus über die Netzöffentlichkeit hinaus leiste und warum er einen Wert habe, das sei ihm nicht gelungen, deutlich zu machen.
Sie schreibt weiter, dass die oft beschworene Verbindung von Verlagen, Journalismus und Demokratie nicht zwangsläufig sei: „Wichtiger als Journalismus ist für die Demokratie eine unbeschränkte und kritische Öffentlichkeit. Die aber ist im Netz aktiver denn je (...)“. Viele Funktionen des Journalismus seien durch die Netzöffentlichkeit übernommen worden. Bei zwei Punkten sieht sie jedoch Defizite: bei zeit- und geldaufwendigen Recherchen und bei der verlässlichen Unabhängigkeit der Informationen.
Jammern und der Ruf nach einem Leistungsschutzrecht seien dabei jedoch keine Lösung. Vielmehr müsse der Journalismus seiner selbstbehaupteten gesellschaftlichen Funktion erst einmal wieder gerecht werden.
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